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240.000 Equiden-Krieger in "Atlantis"

( PLATON  im Dialog  KRITIAS , ca. 350 v. Chr., über Atlantis.) 

Die älteste schriftliche Darstellung des   Atlantis-Mythos, ist die von Platon.

Es gibt keine älteren Zeugnisse über dies Lieblingsthema der Esoteriker. Für seine Darstellung beruft sich Platon auf „ägyptische Quellen“, die allerdings  nie gefunden wurden. Es ist anzunehmen, dass Platon sich auf Herodot bezog.  (siehe unten). Platon schreibt :

Auf der sagenhaften  Insel  „ATLANTIS“ im Atlantischen Ozean , gelegen  im Süden der Iberischen Halbinsel ,( in der Nähe des heutigen  Cadiz), wohnten einst eine grosse Zahl von Menschen.

Das  fruchtbarste Land einer Hochebene wurde bewohnt von einem Ehepaar mit griechischen Namen EUENOR  und LEUKIPPE, die eine einzige Tochter namens KLEITO hatten. Nach dem Tod ihrer Eltern verliebte sich der olympische Gott POSEIDON, Bruder des  Zeus und Herrscher über das Meer, in die Jungfrau Kleito und zeugte mit dieser  z e h n  Söhne , die jeweils als brüderliche Zwillingspaare geboren wurden.

Als erstes Zwillingspaar kamen die Söhne  ATLAS und GADEIRA  zur Welt. Der ERSTGEBORENE war  Atlas und deshalb machte ihn sein Vater Poseidon zum GROSS-KÖNIG über Atlantis. Aber  auch der Bruder Gadeira erhielt auf Atlantis ein  Königreich, wie auch jeder der nachgeborenen Söhne. Es gab also dort z e h n  KÖNIG-REICHE und jeder der Könige konnte seine Abstammung auf  Poseidon zurückführen.

Platon  schreibt nur , dass alle zehn Ur-Könige die Königs-Geschlechter von Atlantis begründeten, beschreibt hingegen nicht , wer die Mütter jener zehn Königsgeschlechter waren. Mütter sind keiner Erwähnung wert !

Die jeweils regierenden zehn Könige kamen alle fünf oder sechs Jahre im Heiligtum ihres Stammvaters Poseidon zu einer rituellen Versammlung und zum Gerichtstag zusammen. Dort erneuerten sie ihren Schwur: niemals die Waffen gegeneinander zu erheben und  dem Gross-König , d.h. dem Atlas-Nachkommen , zu gehorchen. Sie opferten einen der  zehn HEILIGEN STIERE , die im Poseidon-Heiligtum lebten, ein Stier für jedes Königreich und hielten danach , gekleidet in ihre kostbaren blauen Gewänder , Gericht über einander ab. Bei schweren Verfehlungen konnte eine Mehrheit von  sechs Königen auch einen König zum  Tode verurteilen. Platon teilt in seinem Fragment, das er  kurz vor seinem Tod verfasste,  folgende bemerkenswerten  Einzelheiten mit:

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Das Land der Insel Atlantis war aufgeteilt unter GROSS-GRUNDBESITZERN.

Es gab 60.000  Grundherren mit Gütern von 400  Hektar Grösse.

Jeder Grundherr herrschte über etwa 3oo Bewohner und war seinem jeweiligen König gegenüber verpflichtet, mit  Material und Soldaten zum Militär beizutragen, und zwar in folgender Weise:

Jeder musste ein Gespann von zwei Pferden mit einem Wagenlenker und einem Krieger stellen , und je sechs Grundherren  jeweils einen Kriegs-Streitwagen , so dass jeder der zehn Könige 1.000 Streitwagen, Atlantis insgesamt 10.000 Streitwagen zur kriegerischen Verfügung hatte. Ferner hatte jeder Grundherr zur Reiterei mit zwei Pferden und zwei Reiter-Kriegern beizutragen.

An Fuss-Soldaten hatte jeder der 60.000 Grundherren  2 Gepanzerte Schwerbewaffnete , 2 gepanzerte Bogenschützen, 3 Speerwerfer  und  4 Seeleute zu stellen für die 1.200 Kriegsschiffe, Dreiruderer , die die Kriegsflotte von Atlantis ausmachten:  Die 1.200  Kriegsschiffe waren also von 240.000  Seeleuten bemannt   , etwa  200 Seekrieger je Schiff. Ob jeder der zehn Könige 120  Kriegsschiffe zu stellen hatte aus seinem Vermögen, oder ob die Grundherren auch dazu finanziell beitragen mussten , schreibt Platon  nicht.

Insgesamt bestand also das Atlantis-Militär aus:

1.200   Kriegsschiffen mit   240.000   Marine-Kriegern,

60.000   Zwei-Pferde-Gespannen für 10.000 Streitwagen mit 60.000 Wagenlenkern und 

60.000  Streitwagen-Kämpfern

120.000   bewaffneten und gepanzerten Reitern

120.000  schwerbewaffneten , gepanzerten Fuss-Soldaten

120.000  Bogenschützen  und

180.000  Speerwerfern zu Fuss

Insgesamt bestand also das Atlantis-Militär aus 900.000 Soldaten, 240.000 Pferden,  12.000 Kriegsschiffen und 10.000 Streitwagen.

Eine eindrucksvolle  Kriegsmacht.

Nach Platons Angaben müsste Atlantis wohl  mindestens eine Bevölkerung von 10 Millionen Einwohnern gehabt haben: Wenn wir von 50 % Kindern und Ju-gendlichen ausgehen, bleiben 5 Millionen Erwachsene, davon die  Hälfte Frauen und somit ca. 2,5 Millionen wehrfähige Männer, von denen mehr als ein Drittel , nämlich  900.000 Mann  Kriegsdienst leisten müssen.

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Über den Untergang von Atlantis  schreibt der Atlantis-Dichter Platon nur , dass Zeus die Insel vernichtet habe, weil die zehn  Könige schliesslich durch ihren immensen Reichtum und das Wohlleben verkommen seien.

Der Moralist und Erzieher Platon wollte der griechischen Gesellschaft durchseinen Atlantis-Mythos eine Lehre in staatsmännischer Tugend erteilen ,hat aber  sein Fragment nicht mehr beendet.

P.S.  Was das Friedensversprechen der von Platon erwähnten 10 Atlantis-Könige betrifft, so ist ein Hinweis auf die Geschichtsbücher des  HERODOT  (  II , 147  ) von Interesse , der in  ÄGYPTEN  eine  DODEKARCHIE, eine  Herrschaft von  12 Königen beschreibt, die während der sogen.  LYBISCHEN  POLYARCHIE ( 820 – 650 v.Chr.)  in der es in Ägypten tatsächlich eine Vielzahl regionaler Königreiche gab, geherrscht  hätten.

Herodot schreibt:

„ Diese   12  Könige verschwägerten sich untereinander  und machten einen Vertrag,  sie wollten einander  nicht stürzen noch Land wegnehmen“.

Diese Darstellung Herodots, für  die er sich auf ägyptische Quellen beruft, ähnelt  derjenigen von Platon auffällig  und auch Platon beruft sich ja für seine Atlantisbeschreibung auf ägyptische Quellen, die allerdings nie  gefunden wurden.

( vgl. hierzu auch J. Assmann: Ägypten/Sinngeschichte S. 319 )

Unübersehbar für Kulturhistoriker: ATLANTIS ist eine politische Erfindung, die aus der Zeit des Modus IV stammt, eine platonische Vision  aus der Sicht eines Aristokraten der hoch hierarchisierten Equiden-Krieger.  Sogar REITER-Krieger hält Platom ,als Zeitgenosse der DORER-Kultur, schon für selbstverständlich, weil damals nicht bekannt war, dass die Domestikation des Pferdes zum Reittier erst um 2.000  v.Chr. erfolgte.

ACHÄER  und     DORER

Die  indoeuropäischen  ACHAIER,  oder Achäer,  drangen   als  Streitwagenkrieger etwa  1.500 v. Chr. nach Griechenland ein, also  zur Zeit des Grossreiches  der  HETHITER   in  Anatolien.

In Griechenland begründeten die Achäer ihre zahlreichen Klein-Königtümer, von denen uns  Homer in der Ilias berichtet, Fürstentümer oder kleine Königtümer, die  dann unter dem , von den Fürsten gewählten, Heerführer AGAMEMNON nach Kleinasien in den Krieg gegen TROJA zogen,  um 1.200 v.Chr.

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Zuvor hatten die Achäer die alte ägäische Boviden-Kultur des minoischen  Kreta unter ihre Herrschaft gebracht und die sogen.  mykenische Kultur hervorgebracht.

Die  achäisch-mykenischen Kleinkönigtümer  erlagen spätestens   800 v. Chr.  - vielleicht auch früher-  dem  Ansturm von   multitribalen  Reiter-Kriegern, geführt von den indoeuropäischen   Dorern, die fortan in Griechenland die Herrschaft ausübten und dort ein straffes militärisches Regiment einführten.

Mit  dem Druck der  MEDER  und  PERSER  vom Osten, nahm die Militarisierung ständig zu und gipfelte in der martialisch-soldatischen Kultur der   Spartaner.

Das  dorische Griechenland  war  hart, und eine  "Orientalisierung" der Griechen  beginnt erst nach dem makedonischen Eroberer    ALEXANDER   d.h. mit der  Hellenisierung.

vgl. in diesem Blog auch:

Sumerer, Semiten , Indoeuropäer : Streitwagen-Krieger

Indoeuropäer und Kurganpopulationen:  Streitwagen-Krieger

Hyksos, Hurriter, Mitanni :  Streitwagen-Krieger

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