logo

SUMERER, SEMITEN und INDOEUROPÄER
Streitwagen-Krieger in Mesopotamien,
Babylon u. Ägypten

(1) In Mesopotamien,  zwischen Euphrat und Tigris,  siedelten  v o r  der Invasion der  Sumerer,  bereits in der Zeit  vor  4.000  v.Chr.  Rinder-Bauern in Städten mit Tempeln,  die bereits den Pflug und den Ochsen-Karren erfunden hatten. Sie waren die Gründer der Städte  UR,  URUK,  NIPPUR, KISH,  LAGASH etc. die später von den Sumerern erobert und zur Hochblüte gebracht wurden;  die  Namen dieser Städte sind aber nicht sumerisch, sondern stammen aus der  zur hamito-semitischen Sprachfamilie  gehörenden  El UBAID-Kultur.

Wir müssen heute - nach den Forschungen  des Sumerologen Samuel Noah Kramer - annehmen, dass viele Angehörige dieser Kultur unter Führung ihrer Eliten vor den Sumerern bis in das Industal flohen und dort die rinderbäuerlichen Hochkulturen, mit Zitadellenstädten und Wasser-Kult von  Harappa  und Mohenjo Daro begründeten.

(2) Ab 3.300 v.Chr.  rückten von  Osten, aus den Regionen des heutigen Iran,  die Sumerer , Equiden-Züchter und Streitwagen-Krieger nach Mesopotamien ein , die den alten Ochsenkarren mit domestizierten Onagern (Wildesel) bespannt und in  einen Kampfwagen  umgewandelt hatten. Dieses  südwest-asiatische kriegerische Volk, das weder zur indoeuropäischen, noch zur hamito-semitischen Sprachfamilie gehörte, unterwarf alle Städte der  Ubaidianer,   befestigte diese alsbald  und erfand   als hohe Kulturleistung 3.200 v.Chr. die Schrift, die  als  Keilschrift  mit  einem  Griffel  in  Tontafeln  geritzt wurde und die ersten Jahrhunderte  allein der Buchhaltung diente. Die Sumerer waren ein hoch begabtes Volk und haben uns auch die erste kodierte Gesetzessammlung, unter König Urukagina (2.350 v. Chr.)  hinterlasen. Sie lebten in miteinander rivalisierenden Stadt-Staaten, die von einer Krieger -Aristokratie mit einem zumeist deifizierten  Fürsten oder König beherrscht wurden und denen es über 800 Jahre nicht gelang, alle sumerischen Stadtstaaten zu einem Flächenstaat zu vereinigen, bis es  der König des Stadtstaates Umma ,  Lugalzagesi, schaffte, alle Städte der Sumerer unter seine Herrschaft zu bringen  und einen zentralisierten  sumerischen Gesamtstaat  zu errichten.

Die  Sumerer konnten ihre Herrschaft ein ganzes Jahrtausend, bis 2.300 v. Chr. aufrecht erhalten.

Eine  Stadt  Babylon gab es zu jener Zeit noch nicht. Das mag zeigen, wie fehlerhaft es ist, Mesopotamien mit Babylonien gleichzusetzen, was oft geschah (und geschieht), weil  Frühgeschichtler  die Bibel  -irrig- für ein verlässliches Geschichtsbuch halten.  Dort aber  wird die alt-mesopotamisxhe Stadt UR als in "Chaldea" liegend beschrieben , obwohl die "Chaldäer" erst um 600 v.Chr. nach Mesoptamien eindrangen. (vgl.unten Ziff. 9 ).

-  2  -

(3) Populationen  semitischer Hirten, die  militärisch über Streitwagen verfügten,  waren mit ihren Herden von der arabischen Halbinsel schon in der 2. Hälfte des 3. Jahrtausends v.Chr. nach Norden , nach Mesopatamien, Syrien  Palestina usw. vorgestossen.

Die erste  Invasoren-Welle waren eine Population mit  o s t - semitischer Sprache:  Etwa 2.300 v.Chr.  eroberten  die Akkader als  Streitwagen-Krieger, unter Führung ihres Generals Sharrukin, von ihrem Stadt-Staat  AKKAD aus  nach und nach alle Stadtstaaten der Sumerer. Als  König  SARGON von AKKAD errichtete er 2.276 v. Chr.  in Mesopotamien das erste Großreich,  das  "Reich von Sumer und Akkad".  Sargon, der über kaserniertes Militär gebot, trug zur weiteren Militarisierung der  sumerischen Gesellschaft bei und versuchte u.a.  die sanfte sumerische  "Göttin des Himmels und der Erde", INANNA , durch die kriegerische semitische Göttin   ISHTAR zu ersetzen.  Halten wir fest:  Zu  Sargons Zeit gab es  am Euphrat noch keine  Stadt namens  "Babylon".

(4) Die Sargoniden konnten  ihr  "Reich der 4 Weltgegenden" nur etwa 2 Jahrhunderte halten.  Ab  2.150 v.Chr.  drangen vom Osten, aus dem Zagros-Gebirge, (im heutigen Iran)  kriegerische Nomadenstämme ein: die  Gutäer bedrängten die Akkader, so dass die von ihnen unterworfenen Sumerer nach und nach in ihren Stadtststaaten ihre Herrschaft restaurieren konnten:  GUDEA, der Fürst von LAGASH , war der erste, dem dies 2.120 v.Chr. gelang. Und nachdem die Gutäer 2.070 v.Chr. das Sargoniden-Reich endgültig zerstört hatten,  stellten die Sumerer auch in den anderen Stadtstaaten ihre Herrschaft wieder her: Mit der sogen. "III.Dynastie von Ur" gab es für kurze Zeit eine Renaissance der Herrschaft der Sumerer in ganz Mesopotamien.  Allerdings war diese   nach-akkadische sumerische Gesellschaft und Kultur   schon stark verändert durch die zweihundertjährige Herrschaft der Semiten , und  ihre neu errungene politische Selbstständigkeit   dauerte nur kurze Zeit.

(5) Schon ab  2.000  v.Chr.  drangen die alten politischen Rivalen der Sumerer,  die  Elamiter,  eine alte Kultur im heutigen Iran,  nach Westen vor, besiegten diesmal die Sumerer und übernahmen für etwa 200 Jahre die Oberherrschaft  über die sumerischen Staaten und Mesopotamien.

(6) Die zweite Welle  semitischer Invasoren mit Streitwagen war die  Ethnie der  AMORITER, die  bereits  um 2.500 v. Chr. als Händler im Land  ASSUR am Oberlauf des Tigris nachgewiesen sind. Sie führten  ihre   w e s t - semitische Sprache ein, vermischten sich dort mit der vor den Amoritern eingewanderten einheimischen Bevölkerung.

-  3  -

Das Reich  ASSYRIEN  war zunächst für längere Zeit ein unauffälliger Kleinstaat mit einer Kultur, die derjenigen  der SUMERER, die weiter im Westen siedelten, ähnlich war. Die  Assur-Amoriter drangen als Händler Richtung Norden bis nach Anatolien vor. (Brandau/Schickert  S. 115)

Schon zu  Zeiten des Sargon von Akkad  war  UGARIT in Nordsyrien ein bedeutender Handelshafen, eine grosse Handelsstadt und die polyglotteste Stadt der Bronzezeit. Neben dem west-semitischen Ugaritisch wurden dort Akkadisch, Hurritisch, Kretisch, Hethitisch und  Ägyptisch gesprochen.

In Ugarit wurde die Frühform der  von den Griechen sogen. "phönikischen" Schrift  und des  ALPHABETS  erfunden, das über die  "Phoiniker" (so nannten die Griechen die  Can'ani =Kanaanäer) an die Griechen und damit in die abendländische Kultur gelangte. ( aaO.  S.127 )

Mit   dem von ihnen gegründeten Reich in Assyrien erreichten  die  WEST-Amoritischen  Streitwagen-Krieger 1.375 v. Chr. Weltgeltung. ( aaO. S. 115).  ( Literaturangaben  :  Brandau/Schickert : HETHITER)

Ab ca. 2000 v.Chr.  gab es auch mehrere  monarchische Stadt-Staaten der Amoriter- Kanaanäer ( Can´ani nannten sie sich selbst ) im Lande Kanaan, dem späteren  "biblischen Land"  der semitischen HEBRÄER.

Diese amoritischen Stadtstaaten herrschten über  eine Bevölkerung von Bauern, die Rinder und vor allem Kleinhornvieh züchteten.  (vgl. hierzu auch  meine Anmerkung :   "Die Hebräer und Canaan",  * S. 527 ff.)

Zur gleichen Zeit, ab 1.950 v.Chr.,  stiessen vom Westen her , aus  CANAAN (dem späteren Palestina), Amoriter als kriegerische  Nomadenstämme mit ihren  Streitwagen nach Mesopotamien vor.  Diese  Stämme wurden  von den Sumeren der  "III. Dynastie"   Martu , von  den  Semiten   Amurru, genannt  wurden:

Beide Bezeichnungen bedeuteten "Nomaden",  und   uns sind diese Stämme bekannt als Amoriter. Sie waren, wie gesagt,  die zweite Welle semitischer Eroberer-Stämme, und  es waren  Amoriter-Dynastien, die die mesopotamischen Stadt-Staaten  ISIN. MARI, LARSA jetzt unter ihre Herrschaft brachten,  und es war  ein Amoriter-König,  Sumuabum,  der  1.894 v. Chr.  am Euphrat die Stadt   " BAB-ILU " oder  " BAB-ILI ", d.h.  "Tor Gottes", gründete und damit die    " 1. Dynastie von Babylon".

Auch die Stadt  ASSUR  der Akkadisch sprechenden Assyrer brachten fortan die Amoriter unter ihre Herrschaft.

-  4  -

Der erste Grosskönig der  AMORITER,  der ein  amoritisches Grossreich durch kriegerische Eroberung , ebenfalls gestützt auf seine überlegene Streitwagentruppe,  unter seine zentrale Herrschaft brachte, war König  HAMMURABI ,  oder  HAMMURAPI  (CHAMMURAPI) ,  der von 1728 -1686 v. Chr. regierte und der durch Kriege und Bündnis-Politik  in Mesopotamien erneut ein Grossreich errichtete, das er seinem politischen Vorbild   Sargon von Akkad entsprechend, wiederum das "Reich von Sumer und Akkad" nannte.  Hammurapi   knüpfte  an die  500 Jahre zurückliegende grosse Vergangenheit der Semiten an, behielt  das ostsemitische AKKADISCH  als Amts- und Kultsprache bei, auch die Stadt ASSUR gehörte damals zu seinem Reich.

Erst unter diesem Amoriter-König  beginnt der Aufstieg   Babylons, weil es die Reichshauptstadt    des  amoritischen  Gross-Reiches  wird.

Auch für den von ihm  zusammengestellten Rechts-Codex greift Hammurapi auf alte Quellen zurück, die er in den staatlichen Archiven vorfand:: Auf den Codex des sumerischen Königs URUKAGINA (2.350 v.Chr.)  und den des  Isin-Königs  LIPIT-ISHTAR  (1.939 - 1924 v.Chr.)

(7) Aber auch die Nachfolger des mächtigen und diplomatisch geschickten Königs  Hammurapi  konnten sein grosses Reich nicht lange halten. Schon  um 1.650 v.Chr. drangen vom Kaspischen Meer  indoeuropäische, d.h. zu den Kurganvölkern gehörende,  Pferdezüchter und Streitwagen-Krieger nach Mesopotamien ein:  Die  Kassiten ( oder  Kossäer). Der Adel dieser Stämme nannte sich   SAKRUMASHTU , d.h.  "Streitwagen-Leute";  es war also ein Militär-Adel. Die Kassiten  beherrschten das von Hammurapi begründete "Reich von Sumer und Akkad", das von den Historikern später auch das  "Altbabylonische Reich"  genannt wurde, für vier Jahrhunderte.  Sie konnten das grosse Reich als gleichberechtigte Grossmacht neben dem Hethiter-Reich in Anatolien und dem ägyptischen Pharaonen-Reich erhalten,  wohl infolge ihrer militärischen Stärke , aufgrund ihrer mit  Pferden bespannten Streitwagen und ihren grossen Fähigkeiten in der Pferde-Zucht und -domestikation. Mit Ägypten standen sie in Handelsbeziehungen und Pharao Amenhotep III. (der Vater Echnatons)  hatte auch eine Kassiten-Prinzessin geheiratet.

Einen Vorstoss  des  Hethiter-Königs Mursili I. (1.531 v.Chr. ) in den kassitischen Machtbereich konnten sie jedenfalls neutralisieren. Auf welche Weise sich die beiden grossen indoeuropäischen Reichsgründungsvölker arrangiert haben, ist uns bisher nicht bekannt.

-  5  -

Zur Zeit der Kassiten-Herrschaft gründen andere indoeuropäische Streitwagen-Krieger, die Churri (oder Hurri)  die Churriter, ihren Stadt-Staat MITANNI in Mesopotamien, den sie zu  hoher Blüte bringen. Sie betreiben eine gezielte Heiratspolitik mit dem pharaonischen Ägypten. Bezeichnend ist : Der ADEL der Churriter nennt sich  "MARYANNU " ,  d.h.  " Die  Pferd  und  Wagen  haben ".

Ein  gemeinsames Kennzeichen  der  Kurganvölker, die wir bei Kassiten wie bei Churritern  vorfinden.

In diese Zeit, in das 17. Jhdt. v. Chr.  fällt auch der Vorstoss anderer Pferdezüchter und Streitwagenkrieger nach Süden, die von den pharaonischen Ägyptern  HYKUSSUS (HYKSOS) genannt wurden, nachdem sie den Pharaonenthron an sich gerissen hatten. Diese " Hyksos" waren ein  Streitwagenkrieger-Volk, dass von einem churritisch-indoeuropäischen Militär-Adel geführt wurde.( vgl. in diesem Blog  den Überblick:  " Hyksos, Churriter, Mitanni" ) .

Es deutet also vieles daraufhin, dass zu jener Zeit  pferdezüchtende  Stämme indoeuropäischer Kurganvölker aus ihrer kaukasischen Heimat in grosser Zahl nach Süden vorstiessen und die Herrschaft, infolge ihrer militärischen Überlegenheit, an sich rissen, bis hin nach Ägypten. Dort wird diese   Herrschaft der  HYKSOS, d.h. der  "Herren der Fremdländer", traumatische Erinnerungen hinterlassen. (Der Historiker Josephus übersetzt: "Hirten-Könige").

(8) Die über vier Jahrhunderte andauernde Herrschaft der Kassiten wurde beendet durch eine erneute Invasion der Elamiten (1.160 v.Chr.), die ja , lange zuvor, schon die sumerische III. Dynastie von UR  vernichtet hatten.  Die  Elamiten  bedrängten die Kassiten so sehr, dass es wiederum einem  semitischen Fürsten aus der Dynastie von ISIN gelang, das  so genannte  "Altbabylonische Reich " unter seine Herrschaft zu bringen: Dem Amoriter-König NABUCHODONOSOR I.  (Nebukadnezar I.),  der  von 1.126-1.105 v.Chr.  regierte und der  auch  ELAM  unter seine Herrschaft brachte.

Zu dieser Zeit entstand der , in akkadischer Sprache geschriebene, neubabylonische Schöpfungsmythos  ENUMA ELISH , in welchem der Stadtgott Babylons,  Marduk,  verherrlicht und das Königtum mit neuem Nachdruck vergöttlicht wird. (vgl. hierzu im einzelnen  meinen  *Essay  S. 456 ff.)

Ebenfalls zu dieser Zeit dringen als   dritte  semitische Welle kriegerischer Nomadenstämme, wiederum von der arabischen Halbinsel mit ihren Streitwagen und Rinderherden   nach Mesopotamien ein, die Aramäer , die in der Folgezeit die Herscher-Dynastien der Amoriter ablösen.

-  6  -

Ab 1.100 v.Chr. entwickeln die den Stadtstaat ASSUR  regierenden Assyrer, Semiten amoritischer Herkunft, ein Grossreich und 720 v. Chr gelingt es dem König SARGON II,  auch die Herrschaft über  Babylon zu erringen.

Allerdings können die Assyrer diese Herrschaft  nur  hundert Jahre aufrecht  erhalten.

(9) 626 v.Chr.  dringen, und dies zum ersten Mal in der mesopotamischen Geschichte ,  REITER- Krieger ein:  Es sind die, zu den Aramäer - Stämmen  gehörenden,  CHALDÄER . Diese  Reiter-Krieger übernehmen jetzt die Herrschaft über das   von heutigen Historikern so genannten "Neubabylonische Reich". Unter  dem Chaldäer-König  NABUCHODONOSOR   II. (  NEBUKADNEZAR II.  ) der von   605  -  562 v. Chr. regierte und der  sich bewusst  in die Tradition des Wiedereroberers des mesopotamischen Reiches der Semiten , Nebukadnezar I. ,  stellte ,  erlebte Babylon die Zeit seines grössten Glanzes,  der durch die Bibel weltberühmt wurde, weil es die  semitischen Chaldäer waren, die den Staat der Juden zerstörten und dessen Eliten in die  sogrn. "Babylonische Gefangenschaft " deportierten.

Das im Perganonmuseum ausgestellte ISHTARTOR  , wie auch der sogen  "Turm zu Babel", ein Ziqqurat,  und alle anderen uns bekannten Bauwerke Babylons stammen  aus dieser Zeit. Es ist historisch unzulässig, die mesopotamische Geschichte auf diese chaldäische Spätzeit zu verkürzen, und dennoch geschieht es immer wieder.

(10) DER   " TURM  ZU  BABEL  "

Zwar hatte der Amoriter-König  Hammurapi um 1.700   v. Chr. in Babylon bereits das Ziqqurat ETEMENANKI für den Stadtgott MARDUK  gebaut, wie wir aus schriftlichen Quellen wissen, ein Bauwerk, das allerdings  zu Schutt und Asche wurde, als 685 v.Chr. der Assyrer-König  Sanherib Babylon eroberte und die ganze Stadt dem Erdboden gleich machte. Er wollte, wie er verlauten liess,  "jede Spur der verhassten Stadt tilgen".

Als  626 v. Chr. , wenige Jahrzehnte nach der Zerstörung Babylons , die Chaldäer , Reiter-Krieger aus dem semitischen Stamm der  Aramäer, das Gebiet um Babylon eroberten und die stammverwandten Assyrer zurückdrängten, begann der Chaldäer-König  Nebukadnezar  II. , der über 40 Jahre regierte (von 605 bis 562 v.Chr.),  mit seiner legendären "Bauwut"  die  Stadt Babylon wieder aufbauen zu lassen, und zwar grösser und schöner als sie je gewesen war. Alles , was wir archäologisch von Bauwerken aus Babylon kennen, stammt aus der Bautätigkeit dieser Zeit.

-  7  -

Nebukadnezar II. errichtete auch wieder einen Tempel für den Stadtgott Marduk, auch dieser grösser als je zuvor:  Ein Ziqqurat mit  7 Stufen und einer Gesamthöhe  von  90 Metern, ein Weltwunder.  Der König liess das Bauwerk mit einer Inschrift versehen:

" Mit dem Himmel will  ich  wetteifern".

Weil Nebukadnezar mit seinen Truppen 597 v. Chr. Jerusalem  eroberte , den Staat der Juden zerschlug und deren Eliten deportieren liess in die "Babylonische Gefangenschaft", lernten die  deportierten jüdischen Schriftgelehrten  in  Babylon jenes imposante Ziqqurat  kennen, das sie alsdann in der Bibel  als   Turm zu Babel beschrieben  (Genesis 11; 1 - 9 ) und dies  - als Besiegte   verständlicherweise -  voller Hass  und Neid.

Auch dieser  Sachverhalt belegt, dass die  Genesis , das  1. Buch Moses, erst im babylonischen Exil d.h. nach 597 v.Chr. von den jüdischen Schriftgelehrten verfasst wurde,  wie es ja auch belegt wird durch  den Anachronismus,  dass  sie  die  Stadt  UR , die sie als  Abrahams Heimatsort bezeichnen,  als in  Chaldäa liegend  beschreiben (Genesis 11; 31), obwohl ja die Chaldäer , wie  erwähnt, erst nach 620 v.Chr.  jenes Land, in welchem die Stadt  UR  liegt,  zum Land der  "Chaldäer " machten.

Ein beweiskräftiger Anachronismus.

11) Im „EURASISCHEN MAGAZIN“ online, vom 3.5.2002 wurde  das Gilgamesch- Epos  wieder einmal , fälschlich, als das  „Älteste bekannte Werk der Weltliteratur“ bezeichnet ; ohne einen  Hinweis darauf, dass es vom babylonischen Autor  Sin-leque Uninni erst um 1.100 v. Chr. verfasst wurde. Das Epos ist also babylonisch und nicht  "sumerisch", wie auch der sogen. Schöpfungsmaythos  Enuma Elish , verfasst ebenfalls um 1.100 v. Chr., babylonisch und nicht  "akkadisch " ist , auch wenn es zur Zeit des Königs Nebukadnezar I.  noch in akkadisch  , als heiliger Sprache der Vergangenheit, verfasst wurde.

vgl. auch in diesem Blog die Überblicke:

Hyksos, Hurriter, Mitanni  Streitwagenkrieger

Indoeuropäer und Kurganpopulationen

gerd_bott_die_erfindung_der_goetter_th_180

 

Im Buchhandel erhältlich und bei

Books on Demand (BOD)

Amazon.de

Google Books