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ZUR RELIGIONS-KRITIK von Karl Marx

(Exzerpte  aus  KARL  MARX :  "Einleitung -  Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie"  (1844)   zitiert nach  "Karl Marx: Kapital und Politik", Verlag    2001 - Lizenzausgabe Wunderkammer Verlag  2008,  Seite 149 ff. ) 

Marx  schreibt  ( Hervorhebungen kursiv im Original)

"...die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.

Das Fundament  der  irreligiösen  Kritik  ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.     .-.

Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine   verkehrte  Welt sind.   .-.

Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar  der Kampf gegen  jene Welt , deren geistiges  AROMA die Religion ist. .-.

Sie ist das  Opium  des  Volkes.   .-.

Die  Kritik der Religion ist also im  K e i m   die   Kritik des Jammertals, deren    H e i l i g e n s c h e i n die Religion ist.   .-.

Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette  zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette  abwerfe und die  lebendige Blume breche.   .-.

Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch.    .-.

Ihr wesentliches  Pathos  ist die  INDIGNATION , ihre wesentliche Arbeit die DENUNZIATION .

Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass  der  Mensch das   höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verächtliches  Wesen  ist."

Soweit die Exzerpte .

Trotz seiner gesellschaftskritischen Einstellung  war  Marx  fest verwurzelt im patriarchalischen Denken. Er erkennt nur den Zusammenhang von Kapitalismus und Theologie, nicht aber beider Zusammenhang und Bedingtheit mit der patriarchalischen Gesellschaft.

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Die  "Familie" ist für Marx , das was die Römer "familia"  nannten , soziologisch gesehen , also   die  "Paarungs-Familie".   Dem Historiker Marx kommt unbegreiflicher Weise nicht der Gedanke, es könne sich bei  jener  "familia"  um einen historisch bedingten,  auf Grund sozio-ökonomischer  Errungenschaften , eingerichteten Sozialverband  handeln ,  und  nicht etwa  um eine  von Natur gegebene Lebensform.  Er kann über die  "Hauswirtschaft" der Paarungs-Familie  von   "Mann und Weib, Eltern und Kindern" nicht hinausdenken; ist also selbst ein Opfer eines ideologischen Verblendungs-Zusammenhanges.

(Beleg: Karl Marx aaO.  "Die Deutsche Ideologie".  I. Band,  I. Feuerbach , A. 1. Geschichte  (S. 178 ,  besonders  Anm. (8)  S. 179  ) .

Seine Ausführungen zu diesem historischen Thema sind deshalb verfehlt und nur wissenschaftshistorisch von Interesse.

Erst Friedrich ENGELS wird Jahrzehnte später, 1884 / 1892 (Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates")  das zu untersuchende Problem erkennen,  wenn auch nur in Ansätzen.

vgl. dazu  mein   *Kapitel  III. , besonders S. 42 ff. )

gerd_bott_die_erfindung_der_goetter_th_180

 

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