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"Mutterrecht" versus "Muttertum" bei Bachofen

Eine Kritikerin , die sicher nicht namentlich genannt werden möchte, schrieb mir am 11.11..2009 :

Wenn Sie aber aus Bachofens "Mutterrecht" nichts anderes als "Weiberherrschaft" herausgelesen haben, dann frage ich mich in der Tat, wie Sie ihn lesen. Mir scheint -ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen - auf eine patr. reduzierende Weise. 

Für mich hat B. deutlich gemacht, dass aus "dem gebärenden Muttertum" eben nicht "Weiberherrschaft" aufsteigt, sondern "die allgemeine Brüderlichkeit aller Menschen, deren Bewusein und Anerkennung mit der Ausbildung der Paternität untergeht" (Bachofen, 1954, 89)".

Darauf habe ich wie folgt geantwortet :

Ihr Zitat zeigt mir , dass Ihnen ein gravierender Lesefehler unterlaufen ist, der bei Ihnen ein fundamentales Missverständnis Bachofens verursacht hat:

Sie haben übersehen, dass für Bachofen "MUTTERTUM" ( so in Ihrem Zitat S. 89 ) etwas völlig anders bedeutet als "MUTTERRECHT".

Es ist eben für Bachofen nicht dasselbe, wie Sie irrig annehmen. Er verwendet diese beiden Termini durchgehend als totalen Gegensatz und ordnet sie zwei von einander getrennten historischen Epochen zu:

Das "Mutterrecht" ist für Bachofen immer grausam und negativ, genau so, wie ich es in meinem Buch beschrieben habe.

Das "Muttertum" hingegen, beschreibt er - wie alle Patriarchen - natürlich positiv; aber historisch setzt er die goldene Zeit des "Muttertums" eindeutig in die Zeit nach der "Vernichtung des Mutterrechts" . Er schreibt ja:

"Die Ehe bringt dem Weibe Ruhe und Versöhnung und alles Glück des durch die ausschliessliche Ehe geregelten, aus dem Hetärismus zum MUTTERTUM durchgedrungenen Geschlechtslebens." (Vgl. meinen *Essay, S. 490).

Das so hoch gelobte "Muttertum" beschreibt Bachofen also immer gebunden an die "vaterrechtliche" monogame Ehe; denn er macht klar: 

 " VATERRECHT IST GLEICHBEDEUTEND MIT EHERECHT" (S. 147).

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Aus Bachofens " Mutterrecht" geht also eindeutig hervor, dass er immer dann, wenn er vom MutterTUM spricht, nicht etwa die fürchterliche Zeit des MutterRECHTS meint, sondern die "befriedete Zeit", nach der "Versöhnung" der Frauen mit dem Primat der Männer.

Er bezieht sich damit auf jene "gute" Zeit, die nach dem Ende des Mutterrechts, der Gynaikokratie oder "Weiberherrschaft", ihren Anfang nahm, und zwar durch die "Versöhnung " der Frau mit dem Mann. Erst in der vaterrechtlichen monogamen Ehe , in der sich die Frau dem Mann "lustvoll". unterordnet , wurde das "Durchdringen" der Frau zum "Muttertum" möglich. Das "Mutterrecht", hingegen stellt Bachofen durchgehend als negativen ZERR-Spiegel des "Vaterrechts ", des Patriarchats , dar.

Die vaterrechtliche EHE, in der die Frau zum "Wahren Muttertum" "durchdringt" , ist also keineswegs das, was Sie unter "Matriarchat" verstehen, wie auch nicht das, was Bachofen unter "Mutterrecht" versteht und beschreibt. 

Ich bin sicher, dass Sie dies bei erneuter Lektüre erkennen werden.

Ihre Eingangsfrage darf ich also zurückgeben: Wie lesen SIE Bachofen ?

Ihre Eingangsfrage kann ich also wie folgt beantworten: Ich habe Bachofen wesentlich genauer und sorgfältiger gelesen als Sie , und zwar mit einem hohen Mass von Empathie und auch Anerkennung, wie Ihnen mein *Essay ( S. 487) zeigt. Ich bin deshalb überzeugt, dass Sie mir nicht einen einzigen Beleg nennen können, dass Bachofen jemals das "Mutterrecht" positiv beurteilt und beschrieben hätte.

Was schreibt Bachofen?

(1) Bachofen beschreibt die von Natur aus aphroditsch-hetärische Frau der Urgesellschaft als versunken in einer Sumpf-Sexualität, und zwar so tief, dass sie sich schliesslich angeekelt und durch die unersättliche Sexualität der Männer ermüdet, eines Tages dagegen zur Wehr setzt, weiterhin sexuell mißbraucht zu werden. Deshalb hätten die Frauen endlich geregelte Zustände gewollt und hätten eine Gynaikokratie institutionasliert , eben das Mutterrecht, eine "Weiber-Herrschaft"

Diese Termini verwendet Bachofen . durchgehend synonym.

(2) Die ersten Gynaikokratinnen waren, nach Bachofen, Frauen, die zu den Waffen griffen, sogen. Amazonen. 

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Diese gynaikokratische Herrschaft der Frauen über die Männer sei viel grausamer gewesen, als die spätere patriarchale Herrschaft der Männer über die Frauen. Bachofen beschreibt das "Mutterrecht", das Matriarchat , also nicht nur als Spiegelbild des Patriarchats, sondern als "ZERR"-Spiegelbild:

"Blutige Männermorde", "Opferung der eigenen Söhne", "Menschenopfer" seien unter jenem "GRAUSAMEN MUTTERRECHT", dieser blutrünstigen "Weiber-Herrschaft" , an der Tagesordnung gewesen.

Milde ist des Mannes Herrschaft, grausam die des Weibes , so behauptet er. 

(Mit Milde ist des Mannes Herrschaft, mit Grausamkeit die des Weibes gepaart. Bachofen aaO. S. 175) 

(3) Erst nachdem mit Herakles der "heldische Mann" " das grausame Mutterrecht vernichtet" hatte, wären die Frauen zur Vernunft gekommen, hätten den naturwidrigen Irrtum der gynaikokratischen Weiber-Herrschaft erkannt und hätten sich dann "lustvoll, befriedet und befriedigt" der höheren solaren Geistigkeit des Mannes untergeordnet und in der monogamen Ehe alles Glück dieser Erde und erst damit zum "Muttertum" gefunden. Auf diese Weise habe "die grausame Zeit des Mutterrechts", die der Menschheit eine Fülle von Leiden bereitet hätte, endlich ihr Ende gefunden.

Soweit die kurze Zusammenfassung . In meinem Essay finden Sie alle Zitate belegt. 

Sollten Sie irgendeine Passage finden, in der Bachofen , wie Sie behaupten, "Muttertum" mit "Mutterrecht" synonym verwendet, teilen Sie mir bitte den Beleg mit, damit ich Ihre Behauptung überprüfen kann.

Bitte machen Sie sich auch klar, dass Sie mich durch Ihre Unterstellung vor die undankbare Aufgabe stellen, Ihnen Ihren Irrtum klar zu machen: Eine unangenehme Aufgabe, mit der man sich in der Regel eher Feinde als Freunde macht .

Ich vertraue deshalb auf Ihre Souveränität und Lernbereitschaft.

Aus meinem Brief vom 20.12. 2009 an die Kritikerin : 

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Sie schreiben mir :

"Es stimmt, dass ich zwischen "MUTTERTUM" und "MUTTERRECHT" nicht unterschieden habe und bin Ihnen einerseits ausgesprochen dankbar für Ihre ausführlichen Erläuterungen, doch kann ich andererseits Ihre Entgegensetzung dieser beiden Begriffe nicht ganz verstehen, da ich sie beim Überfliegen des Mutterrechts an sehr vielen Stellen nicht angetroffen habe. Ich nenne S.37 oben: Hier spricht B. von den beiden zusammengehörenden Stufen des Muttertums und bekräftigt dies noch einmal weiter unten; desgl auf S.29.

Auf S. 26 Mitte widerspricht er Ihrer Auffassung total, desgl. auf S. 27 Mitte und S.21. und 47 untere Hälfte usw…"

Meine Antwort:

Sie irren : Es beginnt gleich mit einem Denkfehler, wenn Sie schreiben:

"Ihre Entgegensetzung dieser beiden Begriffe" 

Dies ist Bachofens Entgegensetzung , NICHT MEINE ! 

Sie müssen sich schon die Mühe des Lesens machen. Ihr "Überfliegen des Mutterrechts" ist eben nicht ausreichend, wie hier erneut schlagend deutlich wird . Ihr wiederholtes ungenaues Lesen bringt mich langsam zur Verzweiflung ; denn Sie unterstellen mir , ich hätte Bachofen diese Unterscheidung untergeschoben, die er selbst gar nicht mache. Da Sie damit den impliziten Vorwurf aufrecht erhalten und zu beweisen versuchen, dass meine Darlegung der Theorie Bachofens (*Essay 24) unzutreffend sei, weil ich entweder angeblich übersehen , oder gar intellektuell unredlich unterschlagen , hätte, dass es viele Textstellen gäbe, in denen Bachofen auch das von ihm mit Gynaikokratie verbundene MutterRECHT in den Himmel gehoben hätte, werden Sie dafür Verständnis haben, dass ich einen solchen, äusserst gravierenden Vorwurf , der mir entweder Unfähigkeit oder Unredlichkeit unterstellt, sehr ernst nehme und ihn im folgenden detailliert widerlegen werde. 

Wie Bachofen in seinem Werk immer wieder hervorhebt, sind für IHN "MutterTUM" und "MutterRECHT" zwei völlig verschiedene und nicht nur einander entgegengesetzte, sondern einander ausschliessende, Qualitäten: Nach seiner These ( die von mir abgelehnt wird) ist "wahres MutterTUM" nur "nach der Versöhnung", d.h. nur unter dem Vaterrecht , möglich (vgl. *Essay 24 , S. 499 mit Nachweisen) , nicht hingegen unter dem MutterRECHT der Gynaikokratie.

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Sie geben sechs Seitenzahlen an, Seiten, auf denen Bachofen. angeblich nicht nur das MutterTUM , sondern auch Gynaikokratie oder MutterRECHT positiv beschreibt oder gar "in den Himmel hebt", wie Sie zu Ziff. V. schreiben.

Sie meinen, mit den von Ihnen angeführten obigen Seitenzahlen nachweisen zu können, dass Bachofen diese Differenzierung zwischen "MUTTER-TUM" einerseits und "MUTTER-RECHT" und Gynaikokratie andererseits, NICHT mache, sondern dass für ihn MutterTUM und MutterRECHT dasselbe, Synonyme , seien. Ein Irrtum. Dass Sie gerade diese Textstellen für Belege Ihrer Behauptung halten , während sie bei genauer Lektüre belegen, dass sie das, was ich geschrieben habe, nicht etwa widerlegen, sondern im Gegenteil bestätigen, zeigt mir , wie gefährlich oberflächlich Sie lesen: 

Ich versuche nochmals, Ihnen dies zu erklären:

ad Seite 37 : Hier zeigt sich die Unterscheidung Bachofens besonders deutlich : 

Bachofen spricht von der "Mutterbestimmung" verbunden mit der "Erfüllung des Ehegesetzes" und sieht Dionysos als "Bekämpfer des MUTTERRECHTS" , das er hier einmal mehr als "naturwidrige Entartung" beschreibt: 

"Als unversöhnlicher Gegner der naturwidrigen Entartung (des Mutterrechts, ) welcher das weibliche Dasein anheimgefallen war, knüpft er seine Versöhnung , sein Wohlwollen, überall an die Erfüllung des Ehegesetzes, an die Rückkehr zur MUTTERBESTIMMUNG der Frau und an die Anerkennung seiner eigenen männlich-phallischen Natur." (S.37) 

Beachten Sie : Die RÜCKKEHR zur Mutterbestimmung, (also zum MutterTUM) , die in der mutter-RECHTLICHEN Gynaikokratie verloren gegangen war, setzt die patriarchale EHE voraus.

MERKE: Der Heros bekämpft das MutterRECHT als "NATURWIDRIGE ENTARTUNG."

Auch hier macht Bachofen . also seinen Gegensatz von MUTTER-TUM und MUTTER-RECHT deutlich. Die von Ihnen angeführte Seite 37 ist also der beste Beleg für Bachofens Entgegensetzung der beiden Begriffe .

Dies Zitat ist damit eine genaue Bestätigung meiner Ausführungen und eine eindeutige Widerlegung der von Ihnen vorgebrachten..

Bestätigt wird hier ferner mein Zitat im Bachofen-Essay (*S .490), wo ich auf Bachofen S .275 verweise, wie ich Ihnen schrieb: Erst die Versöhnung mit dem patriarchalischen Ehemann erlaubt der Frau ihr Durchdringen zum wahren Muttertum . Achten Sie also beim Lesen auch immer darauf , ob Bachofen von der Zeit vor oder nach der "Versöhnung" handelt; für den Autor ein Schlüsselbegriff.

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Dass Bachofen das MUTTER-TUM immer verherrlichen, "in den Himmel heben" wird, ist ja selbstverständlich: Sie wissen doch so gut wie ich: Je mehr die Frau patriarchalisch (auch sexuell ) eingeschränkt wird, desto mehr wird ihr MUTTERTUM in den Himmel gehoben.

Fazit zu Seite 37 : Erster Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung.

ad Seite 21: Auch hier beschreibt Bachofen die Verherrlichung des MUTTERTUMS durch das Patriarchat und sieht den "Keim des MUTTERTUMS" auch noch durchscheinen in der "dionysischen Religion" der Griechen, während er ja in Dionysos selbst den "Bekämpfer der naturwidrigen Entartung des MUTTERRECHTES" sieht. (S. 37). 

Erneut Bachofens Gegensatz beider Termini und eine weitere Bestätigung der von mir vertretenen Auffassung und Widerlegung der Ihrigen.

Fazit zu Site 21 : Zweiter Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung. 

ad Seite 26: Auch hier beschreibt Bachofen die "WEIHE DES MUTTERTUMS", worin er noch die "religiöse Grundlage" der Gynaikokratie sieht. Weil die Frau als das "gebärende MUTTERTUM" urgeschichtlich die "strenge Hüterin des Mysteriums" gewesen sei.

Wie Sie darin einen Widerspruch zu meiner Auffassung sehen können, bleibt mir unerfindlich; denn genau diesen Zusammenhang lege ich ja in meinem Buch dar. Dies ist wohl nur damit zu erklären, dass Sie Bachofen nur "überfliegen" und daher missverstehen , und warum sollten Sie mir nicht dasselbe antun wie ihm.

Fazit zu Seite 26 : Dritter Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung.

ad Seite 27: Auch auf dieser Seite beschreibt Bachofen wieder das "GEBÄRENDE MUTTERTUM" und die "MUTTERLIEBE" und bezieht sich ausdrücklich auf das urgeschichtliche "FAMILIENRECHT". Genau wie ich, sieht er darin die Voraussetzung für das urgeschichtliche matrilineare Verwandtschaftssystem und insofern "mutterrechtliches" Denken. Für den Bachofen-Kenner ist durch den Hinweis auf das "Familienrecht" klar, dass er in diesem konkreten Zusammenhang lediglich auf die Matrilinearität des familienrechtlichen Verwandtschaftsdenkens abhebt, was ich in meinem Bachofen-Essay * S. 492 ff. eingehend und zustimmend dargelegt habe, wie übrigens auch in meinem *Boviden-Züchter-Essay ( dort S. 78 ).

Fazit zu Seite 27 : Vierter Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung.

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ad Seite 29: Auch hier spricht Bachofen von der "demetrischen Regelung des MUTTERTUMS" und führt nochmals aus, dass zu dem, was er die "demetrisch geordnete Gynaikokratie" nennt, die "Ausschliesslichkeit der Ehe gehört".

Auch an dieser Stelle setzt Bachofen , wie üblich, Gynaikokratie gleich mit "Mutterrecht". (vorletzter Absatz).

MERKE: MUTTER-RECHT GLEICH GYNAIKOKRATIE.

Auch dies ist mithin ein trefflicher Beleg für meine Darlegungen; denn genau dies beschreibe ich ja im Buch und in meinen Bachofen-Essay.

Ihre Lesart ist indessen damit unvereinbar. Wiederum: "Überfliegen" reicht nicht. Genaues Lesen und Mitdenken ist gefordert.

Fazit zu Seite 29 : Fünfter Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung.

ad Seite 47: Auch hier schreibt Bachofen wiederum über das "gebärende MUTTERTUM", NICHT über das "Mutterrecht", wie Sie irrig annehmen, Zutreffend fügt Bachofen hinzu, dass das vaterrechtliche "Vatertum" immer eine "Fiktion " war .

Fazit zu Seite 47 : Sechster Untauglicher Beleg für Ihre Annahme und Bestätigung meiner Darlegung.

FRAGE: Wie erklären Sie mir, dass Sie trotz meines Hinweises auf die von Bachofen verwendete Terminologie, auf seine durchgehende Unterscheidung zwischen lobenswertem MutterTUM und tadelnswerten MutterRECHT , den gleichen Lesefehler SECHS MAL wiederholen ?

Ich räume ein, dass es für Nichtjuristen schwierig sein mag, Bachofens Differenzierungen zu verstehen, insbesondere seine Unterscheidung zwischen dem heiligen "MUTTERTUM" ( das er selbstverständlich verherrlicht) einerseits und dem "MUTTERRECHT" ( das er gleichbedeutend mit Gynaikokratie verwendet und als naturwidrige Verirrung der Frau verdammt, vgl. oben ad S. 29) andererseits. Frau/man muss Bachofens theoretischen Ansatz verstanden haben, um ihn richtig lesen zu können. Oberflächlichkeit führt in die Irre.

Meine gutgemeinte Absicht war und ist es, Ihnen dies Verständnis zu vermitteln , und ich bedaure, dass Sie Bachofens Differenzierung zwischen Muttertum und Mutterrecht auch nach meiner Lesehilfe, lernunwillig oder "unbelehrbar", ausser Acht gelassen haben und deshalb wiederum gravierende Lesefehler machen, wie alle Ihre obigen Seitenangaben es belegen.

Dies mag Ihnen zeigen, wie sehr durch Vorurteile bestimmt Sie lesen.

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Mir bleibt aus eben diesem Grunde nur die Möglichkeit, Ihrer Oberflächlichkeit meine Gründlichkeit entgegen zu setzen; denn ich bin kein "ÜBERFLIEGER". 

Meine Empfehlung: Gehen Sie mit der von mir beschriebenen theoretischen Nomenklatur nochmals an eine gründliche Lektüre Bachofens heran, und Sie werden feststellen, dass in meinem *Essay 24 (S. 487 ff.) Bachofens theoretischer Ansatz zutreffend dargelegt wird, und dass ich seine Befunde sehr differenziert behandle , indem ich sie in wesentlichen Teilen als wichtige Erkenntnisse beschreibe und mit ihm einig gehe, in anderen Teilen hingegen kritisiere.

Falls Sie nach erneuter und genauer Lektüre noch der Meinung sein sollten, Bachofen habe an auch nur in einer der von Ihnen angegebenen Textstellen (neben dem MutterTUM) die Gynaikokratie oder das von ihm damit verbundene MutterRECHT positiv beschrieben oder gar "in den Himmel gehoben" , geben Sie mir bitte die konkrete Textstelle auf der erwähnten Seite an. 

Mit verbindlichen Grüssen

Gerhard Bott

ANM: Auf diesen Brief hin hat mir die Kritikerin mitgeteilt, dass Sie die Korrespondenz nicht fortzusetzen wünsche.

vgl. in diesem Blog den im Brief erwähnten Aufsatz:

Zur Sozialorganisation der Boviden-Züchter

gerd_bott_die_erfindung_der_goetter_th_180

 

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