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ZUM "DARWIN CODE" von Thomas Junker

Nachträge zur  *Anm. 4,  S. 238 ff.  : "Evolutionsbiologische  Thesen zu paläolithischen  Sozialverbänden

Meine Briefe an  Thomas JUNKER , den von mir sehr geschätzten Autor des Buches  "Die Evolution des Menschen" (2006) , habe ich in meinem  *Buch veröffentlicht, weil mir  seine Gegenvorstellungen und   Einwände Gelegenheit boten, meine Erkenntnisse und die daraus entwickelte Theorie  nochmals  zusammengefasst darzustellen, und zwar auf der Grundlage unserer Gemeinsamkeiten.

Meine nachfolgenden  Briefe, die den Fortgang des Gedankenaustausches darstellen und sich auf  sein Buch  "Der Darwin Code" beziehen, werde ich aus den gleichen Gründen ins Netz stellen, weil sie von allgemeinem Interesse sind.

Herrn                                                  Hamburg, den  5. April 2009

Prof. Dr. Thomas Junker

per e-mail

Lieber Herr Junker,

über Ihre mail vom 1. April habe ich mich sehr gefreut  und  gern setze ich unseren Dialog fort.  - Ich bin gestern, aus dem Süden, wieder in Hamburg angekommen und werde mir Ihren "Darwin-Code" hier sofort besorgen , gründlich rezipieren und Ihre Gedanken reflektieren. Meine Erwartungen sind hoch gespannt.

I.  Zuvor schon eine kurze Anmerkung zu  Trivers :

(1)  Die körperliche Schönheit der Frauen spräche dafür, dass die Männer sexuell wählerisch seien.

(2) Dieses wählerische Verhalten mache  aber nur dann Sinn, wenn die Männer auch ein  "Investment für den eigenen Nachwuchs leisteten".

Mit dem ersten Satz bin ich einverstanden;  an der daraus gezogenen Schlussfolgerung des zweiten Satzes, an dem Junktim , habe ich erhebliche Zweifel:  Worauf gründet sich Robert Trivers Annahme, dass Männer nur dann sexuell wählerisch sein können, wenn sie dadurch zugleich ein "väterliches Investment" leisten ?

Ich hatte Darwins Lehre von der sexuellen Selektion ("Zuchtwahl") - zustimmend -  wie folgt verstanden:

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Eine paläolithische Frau hat durch ihre , auf Männer wirkende , erhöhte sexuelle Attraktivität  (beruhe diese auf Chemotaxis oder männlicher erotischer Präferenz)  einen natürlichen Selektionsvorteil für ihre Gene, weil sie durch "Schönheit"  ihre Chancen erhöht, d.h.  auf viele Männer zu wirken und somit jedes ihrer vier Kinder von einem anderen Erzeuger zu empfangen , wodurch sich die Fitness ihrer Nachkommenschaft  insgesamt  und damit die Selektion ihrer Gene erhöht.

Weibliche Attraktivität wird also selektiert, und zwar unabhängig davon, ob sich ein bestimmter ihrer Sexualpartner  -neben der Fürsorge durch die Genossenschaft-  auch noch um ihren Nachwuchs kümmert. Ein Mann mag vielleicht den Wunsch haben,  eine besonders  "schöne"  Frau für sich sexuell zu monopolisieren, kann aber diesem Wunsch angesichts der  "female choice"  und der gegebenen sozialen Verhältnisse keinen Nachdruck durch Zwang verleihen.

"Investitionen in seinen eigenen Nachwuchs"  sind also angesichts der Organisation paläolithischer Sozialverbände ohne Bedeutung. Sexuelle Attraktivität wird auch ohne dies selektiert.

Mit seinem Junktim , so denke ich, hat Robert Trivers (ähnlich wie Lovejoy oder Wrangham) eine weitere Irrlehre etabliert. Welche Belege führt Trivers für seine bemerkenswerte These an, dass ein homo sapiens-Mann nur dann auf die besondere sexuelle Attraktivität einer Frau reagieren würde, wenn er zugleich sicher sein könne und sicher sei, ein "väterliches Investment" für seinen eigenen Nachwuchs zu leisten ?

Implizit behauptet Trivers damit ja, dass ein homo sapiens-Mann, dem die biologische Tatsache der physiologischen Vaterschaft unbekannt ist, auch unfähig wäre, sexuelle Präferenzen zu entwickeln.

Die Entwicklung erotischer Vorlieben abhängig zu machen  von der Erkenntnis und dem Bewusstsein der eigenen Vaterschaft, erscheint mir unlogisch und angesichts ethnologischer Befunde unhaltbar.

Ich frage deshalb: Welche Argumente fürt Trivers dafür an, dass ein homo sapiens-Mann, der keine Kenntnis der Tatsache biologischer Vaterschaft hat (wie z.B. noch die von Malinowski beschriebenen Trobriander) unfähig sei,  sexuelle Präferenzen zu entwickeln , also sexuell  wählerisch zu sein ?

Ferner ist ja erwiesen, dass das  (oft in seiner Bedeutung verkannte) Avunkulat dem Gen-Egoismus eines Mannes ebenso, ja sogar verlässlicher,  dient als  die - unerkannte bzw. ungewisse - biologische Erzeugerschaft: Auch die Männer der in China lebenden Ethnie der MOSUO sind durchaus wählerisch und haben sexuelle Präferenzen , und doch macht keiner von ihnen ein "väterliches Investment" , sondern investiert seine genetischen Interessen (oder Instinkte) in die Abkömmlinge seiner Schwester  (wie bei den Trobriandern).

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Schon naturwissenschaftlich macht also Trivers Junktim keinen Sinn; kulturwissenschaftliche Befunde widerlegen seine Annahme darüber hinaus. Unter diesen Umständen trifft Trivers also eine ganz besondere Beweislast, und ich kann mir  - vorbehaltlich Ihrer Belehrungen- nicht vorstellen, wie er dieser Beweislast genügen will.   Soviel heute zu dieser  These.

II. Zu Ihrer Frage nach der paläolithischen Göttin.

Mein Befund ist, dass es in der Vorstellungswelt des paläolithischen homo sapiens  -zumindest seit etwa 30.000 Jahren-  mehr gab als "vielfältige Geister" und  "animistische Ideen".

In meinem Buch werden Sie einen interdisziplinär begründeten Indizienbeweis für die These finden, dass das kulturelle Gedächtnis sogar noch in Hesiods "BREITBRÜSTIGER GAIA" , jener Ur-Göttin der Griechen, die als "Mutter aller Götter" auch die unilinear-monogenetische Mutter ihres späteren Gatten Uranos ist,  die Erinnerung bewahrt hat an die ebenfalls  breitbrüstige  "Göttin auf dem Leopardenthron" (vgl. Mellaart, Catal Höyük, S. 157, plate IX und S. 182ff.)  und dass diese neolithische Göttin von  7.000  v. Chr. wiederum   auf  die  "Göttin mit dem Horn" im Heiligtum von LAUSSEL, also  auf  die Vorstellungswelt von 23.000 v.Chr., verweist. Ein solch eindrucksvolles Relief aus dem Aurignacien , im Gegensatz  zu der 15.000 Jahre  jüngeren "Göttin auf dem Leopardenthron" , als "animistischen Fetisch" abzutun, erscheint mir durch nichts gerechtfertigt und den Irrtum  von Pater W. Schmidt ( und der "Wiener Schule")  zu perpetuieren, die nur Männer und Väter als wirkliche Götter gelten lassen möchten. Ich sehe in der LAUSSEL- Divinität einen primitiven, prototypischen Ausdruck  der Vorstellung einer  " DEA SIVE NATURA", wenn auch nicht in der gedanklich ausgereiften  Vorstellung von Spinozas  DEUS . Dies heute als kurze Antwort auf Ihre Frage.

Sobald Sie  die "Beweisführungen"  in meinem Buch rezipiert und  erwogen haben, sehe ich Ihrer Kritik  mit grossem Interesse entgegen. Jedenfalls danke ich Ihnen, dass Sie meine Arbeit  den beiden  UBs Frankfurt und Tübingen empfohlen haben  , und ich hoffe,  dass  es  auch Studentinnen und Studenten Denkanstösse gibt und Lust macht, sich eingehend mit diesem grossen Thema zu beschäftigen. Sie wissen ja,  lieber Herr Junker ,  dass ich mich über jede fundierte Kritik freue: In meinem Alter  geht es  nicht mehr ums Rechthaben, sondern allein um die kulturelle Entwicklung des kritischen Denkens. Das ist es ja auch, was uns verbindet.    In diesem Sinne verbleibe ich einstweilen

mit verbindlichen Grüssen

Gerhard Bott

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Herrn                                                               Hamburg, 21.4. 2009

Prof.Dr. Thomas Junker

per  e-mail

Lieber Herr Junker,

den "Darwin-Code" habe ich gründlich durchgearbeitet und gratuliere Ihnen und Sabine Paul : Die angestrebte "elegante Präsentation wissenschaftlicher Erkenntnisse" ist Ihnen gelungen und somit ist zu hoffen, dass die Erkenntnisse der Evolutionstheorie einer grösseren Leserschaft nahe gebracht werden.

Um unseren Dialog fortzusetzen, erlauben Sie mir einige Anmerkungen :

(1) Über unsere erneute Übereinstimmung in wesentlichen Fragen, die für meine  "bio-soziologischen" Darlegungen von grundsätzlicher Bedeutung sind, habe ich mich gefreut,  z.B. dass Sie Ihren Lesern klar machen,

(a) dass nur  ein Drittel der paläolithischen Ernährung Jagdbeute war, zwei Drittel der Grundernährung hingegen von den Sammlerinnen beschafft wurden (S. 26, 36), und zwar  gemeinschaftlich ( S. 43) , d.h. vom Sammlerinnen-Kollektiv,

(b) dass die Wildbeutergemeinschaften herrschaftsfreie Sozialverbände waren (S. 178, 182 ff.) und dass sie keine Kriege gegeneinander führten, sondern dass Krieg ein Phänomen des  Neolithikums ist ( S. 114, 171),

(c) dass die paläolithische  " Familie" eine  " Gruppe von verwandten Individuen" war  (S. 163).  Sie heben also zutreffend auf die konsanguineale Familie ab,  während die spätere  Paarungs-Familie,  im Gegensatz dazu , gerade dadurch gekennzeichnet ist, dass sie von  "NICHT-Verwandten " Individuen begründet wird.

Da diese  Sachverhalte selbst in Lehrbüchern oft fehlerhaft dargestellt werden, sind die Klarstellungen sehr zu begrüßen.

(2) Überrascht hat mich, dass Sie auf den Seiten 25, 56, 96 und 204 die Grösse  paläolithischer Sozialverbände zwar mit mindestens 30 bis  zu 200 Individuen angeben (was im Einklang mit Ihrer "Evolution des Menschen" steht), auf Seite 13 aber die  regelmässige Gruppengrösse auf nur  " 30 Mitglieder" reduzieren.

Wie kommt es zu diesem bemerkenswerten Wandel Ihrer Auffassung ?

Eine Gruppengrösse von nur 30 Individuen bedeutet ja , paläodemographisch, dass nur   sieben zeugungsfähige Männer mit  sieben geschlechtsreifen Frauen und deren 16 Kindern  einen, auf Zusammenarbeit gegründeten, Sozialverband gebildet hätten.    Eine solche Annahme widerspricht m.E. nicht nur den Erkenntnissen von Aiello/Dunbar, sondern auch den archäologischen Befunden, z.B.  von  SIMA DE LOS HUESOS  (homo heidelbergensis europaeus).

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Ferner denke ich, dass ein so kleiner Sozialverband keine demographische Stabilität und keinen Ausgleich weiblicher und männlicher Nachkommen gewährleisten könnte und auch  zu klein wäre,  um ein effektives Jägerkollektiv für die Grosswildjagd zu bilden, weil ja  immer eine ausreichende Zahl speerbewaffneter Jäger zum Schutze der Frauen und Kinder vor Raubtieren zurückbleiben musste, um das Überleben der Gruppe zu gewährleisten.

Ich habe mich gefragt, warum Sie diesmal die regelmässige Gruppengrösse soviel geringer angesetzt haben  als in der  "Evolution des Menschen " ?

(3) Ihre Hervorhebung der  "female choice" (S. 57, 63 ff.), der ich  in meinem Buch so viel Raum widme, deckt sich wiederum vollständig mit meiner Argumentation.

Allerdings kann ich Ihre Schlussfolgerung auf Seite 71, mit der Sie sich TRIVERS  These zueigen machen, nicht nachvollziehen, wie ich bereits in meinem Brief vom 5. April ausgeführt habe. Hinzufügen möchte ich nach der Rezeption des "Darwin-Code" noch:  Da Sie ausführen, dass "sexuelle Attraktivität" durch  " ästhetische Präsentation" entsteht (S. 162) und dass es beim homo sapiens sogar ein  " angeborenes Verlangen nach Schönheit" gäbe (S. 166),  wiederhole ich meine Frage:

Warum sollte ein Mann, der zwischen den Avancen mehrerer , mit einander durch sexuelle Attraktivität konkurrierender , Frauen  wählen kann,  diese  Wahlmöglichkeit nur  ausüben, wenn er ein  "VÄTERLICHES INVESTMENT" macht ?

Warum genügt nicht sein "angeborenes Verlangen nach Schönheit" ?

Ich sehe zwischen der Wahlfreiheit und dem väterlichen Investment keinen logischen Zusammenhang. Dass ausserdem kulturwissenschaftliche Befunde und Erkenntnisse  jene TRIVERS-These unhaltbar machen, habe ich bereits in meinem Brief vom 5. April geschrieben.

Im Zusammenhang mit der  "female choice" hätte ich gern noch einen Hinweis gelesen, dass evolutionsbiologisch davon auszugehen ist, dass  eine homo sapiens-Frau  ein Bedürfnis nach Partnerwechsel hatte : Wie uns die Immunbiologie zeigt, werden diejenigen weiblichen Gene selektiert,  deren Trägerinnen jedes ihrer  vier Kinder von einem anderen Erzeuger empfangen hat.

Kurz : Das Bedürfnis nach Partnerwechsel wird selektiert.

(4) Bei Ihren Ausführungen zur  "Kin-selection" (S. 90 ff.)  habe ich einen Hinweis  vermisst auf die so bemerkenswerte soziale Institution des  Avunkulats ,  der ich aus guten Gründen breiten Raum gewidmet habe .

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(5)  Zum wichtigen Thema  " Fruchtbarkeit und Sexualität":

Sie gehen als selbstverständlich davon aus, dass der Zusammenhang von Fruchtbarkeit und Sexualität   dem homo sapiens schon immer bekannt war (S. 170).   Auf welche Belege stützen Sie diese These ?

Meine Fragen:

(a) Wären in den Kulthöhlen  nicht viel häufiger kopulierende Tiere dargestellt worden, wenn der Zusammenhang  zwischen Fruchtbarkeit und Sexualität bekannt gewesen wäre ?

(b) Wäre ein menschlicher Sexualakt, und zwar in einer sakralen Skulptur erstmalig im Neolithikum (8.000 v. Chr.) dargestellt worden, wenn die Sexualität schon lange vorher als notwendige Voraussetzung der Fuchtbarkeit von Tier und Mensch erkannt worden wäre ?

(c) Wie ist stringent zu erklären, dass in den Kulthöhlen zwar immer Vulvae und deren Symbole dargestellt wurden , aber keine Phalli ?

Ob die Stele von der Schwäbischen Alb   von 26.000  v. Chr. , die  Sie in der "Evolution des Menschen"  abgebildet haben, wirklich als  "Phallus" zutreffend interpretiert werden kann, ist ja nicht unbestritten. (  Schliesslich gibt es sogar Ordinarien , die  irrig die  "Venus von Dolni Vestonice " als Phallus bezeichnen vgl. S. 156  in meinen  Buch.)

Aber selbst dann, wenn die Stele der Schwäbischen Alb ein Phallus-Symbol wäre, sagt dieser Ausnahme-Fund nichts darüber aus, dass der Zusammenhang von Sexualität und Fruchtbarkeit  zu jener Zeit erkannt worden wäre; es  würde sich dann eher um ein reines  SEXUAL-Symbol handeln, wie die übrigen archäologischen Befunde zeigen und nicht um ein Fruchtbarkeits-Symbol.

Meine Frage: Woraus könnte geschlossen werden, dass es sich um ein Fruchtbarkeitssymbol handelte ?

In meinem Buch habe ich viele Einzelheiten und Indizien zusammengetragen, die den Schluss rechtfertigen, dass  die  "Heiligung der Sexualität" (S. 151 ff) , d.h.  die Erkenntnis des Zusammenhanges  der schon zuvor adorierten regenerativen Fruchtbarkeit mit der Sexualität, eine Erscheinung des Neolithikums ist.

(6) Zum Schluss zum komplexesten Thema:  "Religion und Gottheiten" : In Ihrer mail vom 1. 4. hatten Sie mich gefragt,  auf welche Belege ich meine Annahme stütze , dass es weibliche Gottheiten gegeben habe ?  Kurz hatte ich darauf bereits in meinem Brief vom  5.4. geantwortet.  Nach der Lektüre des Darwin-Codes sehe ich nun genau, wo unsere Differenzen in dieser , für mein Buch entscheidenden, Frage liegen:

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Ihre  These, dass es vor dem Paläolithikum  "keine Gottheiten" und  "keine Religion" gegeben hätte  (S. 180) , stützen Sie  vor allem auf Freud, speziell auf die "Neue Folge....", Vorlesung XXXV, die er fünf Jahre nach der "Zukunft einer Illusion"   veröffentlicht hat.

Freuds These: " Es gab ohne Zweifel eine Zeit ohne Religion, ohne Götter" (S. 177 aaO.)  mag richtig sein; seine Definition indessen, dass eine "Gottheit" nur ein  "Weltschöpfer" oder  "Gott-Schöpfer" sein könne , der immer  " Vater" geheissen werde (S. 175 aaO.) , ist heute, angesichts der nach 1932 gewonnenen  früh-geschichtlichen Erkenntnisse und Befunde nicht mehr haltbar :

Die  sumerische   "Göttin des Himmels und der Erde", INANNA, die Göttin der Fruchtbarkeit und der "Heiligen Hochzeit", die auf der berühmten "Kultvase von Uruk" (3.200 v. Chr.) dargestellt wurde, wie ihr von den Bauern Opfergaben dargebracht werden , wurde,  den inzwischen gefundenen und übersetzten Mythen zufolge, verehrt und  "angebetet" , weil die Menschen ihrer  "Göttin des Himmels und der Erde"  Dank abstatten wollten für die Fruchtbarkeit der Natur, d.h. vor allem für die Regeneration der  Nahrungsquellen.

INANNA ist die Natur; sie ist zwar übermenschlich aber  nicht übernatürlich. Dieser Grossen Göttin der Heiligen Hochzeit wurde in allen sumerischen Stadtstaaten  ein Tempel errichtet, das  " E.ANNA" ,  und als Befruchter und Bräutigam hatte die Göttin den Hirten Dumuzi erwählt, dessen Königtum sie durch die Heilige Hochzeit theologisch legitimierte. Jener "Hirten-König"  DUMUZI wurde verehrt als der alljährlich sterbende und (am ersten Vollmond nach der Frühlings-Equinox = Ostern)  wiederauferstehende Vegetationsgott; er  ist ein echter Gott, der den  -untergeordneten- männlichen Fruchtbarkeitsbeitrag symbolisiert. Diese frühdynastischen sumerischen Gottheiten als  "feindlich gesinnte Dämonen" (Freud S. 177 aaO.) zu bezeichnen und ihren Kult als "Animismus", wäre völlig verfehlt.  Richtig ist lediglich, dass es zu jener Zeit (3.000 v. Chr.)  noch nicht die Vorstellung einer  "übernatürlichen Übermacht , die sie alle erschaffen hatte " (Freud, S. 177 aaO.) gegeben hat; d.h. die Vorstellung eines , zudem auch noch männlichen , "Schöpfergottes" war den Sumerern fremd.

Das schliesst aber nicht aus, dass  die Sumerer dennoch  ihre Grosse "Göttin des Himmels und der Erde" anriefen mit der Bitte um "Schutz und Abhilfe" ( Freud S. 177), wie  uns die Mythen beweisen, und wie Freud es für ausgeschlossen hielt. Die Tatsache, dass die Sumerer noch keine zur Kosmogonie  oder gar zur Theogonie fähigen Gottheiten kannten , besagt also keineswegs. dass sie keine Götter und keine Religion hatten. In diesem Punkt irrte Freud.

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Es ist in Betracht zu ziehen, dass erstmals  - über ein Jahrtausend später- der babylonische Reichsgott  MARDUK dem Enuma Elish ( 1.100 v. Chr.) zufolge  als   Schöpfer-Gott mythographiert wurde, aber auch er  nur beschränkt auf die  Erschaffung von Himmel und Erde .

Entscheidend aber ist, dass auch dieser Schöpfergott Marduk noch unfähig ist, Himmel und Erde aus dem NICHTS  zu schaffen, sondern er erschafft sie  aus dem Kadaver der von ihm getöteten UR-MUTTER  TIAMAT , die  zuvor die   "Mutter aller Götter" war.( Darauf bezieht sich wohl Freuds Hinweis auf S. 175).   Auch Marduk  ist also noch kein  "Schöpfergott" im Sinne der Freudschen Definition, schon deshalb nicht, weil er unfähig ist zur Theogonie,  die Freud als unverzichtbares Kennzeichen eines Gottes  erwähnt.

FAZIT:  Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Bewusstseins  zur Vorstellung eines  "übernatürlichen  männlichen Schöpfergottes", dem Aseität zugeschrieben wird und der sowohl zur Kosmogonie als zur Theogonie fähig ist und den Freud  -irrig-  als die einzige religionsrelevante Gottesvorstellung gelten lassen will, ist  religionshistorisch gesehen, ein langer Weg mit vielen Etappen, den ich in meinem Buch detailliert beschreibe und belege . (Mit vielen Quellen im Essay  20 des 2. Halbbandes).

Was  Freud,  mein  methodischer Lehrer, ferner übersah, war folgendes : Wenn die  religiöse Weltanschauung durch die Kindheit determiniert ist  ( Freud S. 177 aaO.), (was ich für richtig halte) , so begründet er  diese Auffassung   auf erstaunlich verräterische Weise. Er schreibt wörtlich:

" Derselbe  Vater (die Elterninstanz), der dem Kind das Leben gegeben hat und es vor den Gefahren desselben behütet hat " (aaO. S. 176) wird zur Symbolfigur für die Instanz, " an die man sich um Schutz und Abhilfe wenden kann".( aaO. S. 177).

Bemerkenswert und verräterisch ist, dass Freud ( wohl unter dem Eindruck seiner in  "Totem und Tabu" entwickelten  Urvater- These ), nicht auf den so nahe liegenden Gedanken kommt, dass sein Satz  hätte lauten können und müssen:

"Dieselbe Mutter, die dem Kind das Leben gab und es  vor den Gefahren desselben behütet hat ", wird  zur Symbolfigur für  " die Instanz, an die man sich um Schutz und Abhilfe  wenden kann ".

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Ähnlich wie später Lovejoy  aus der originären  "maternal care" kurzerhand eine  "parental care" macht, die dann unversehens zur  "paternal care" mutiert,  ist es bei Freud der  VATER,  DER dem Kind das Leben gegeben und es behütet hat. Mit einem Federstrich ist die Mutter eliminiert.

Es ist jedem zu empfehlen,  zumindest einmal das Gedankenexperiment zu machen, die biologische Tatsache der physiologischen Vaterschaft sei den Menschen im Paläolithikum noch unbekannt gewesen.

Der Experimentator wird sich wundern, wie man auf den absurden Gedanken kommen kann,  die Mutter könne auf keinen Fall die behütende Instanz sein, die ihrem Kind das Gefühl der Sicherheit gäbe.  Eine solche Instanz, die dann, auf den Himmel projiziert, zu Gott werde, könne natürlicherweise  nur der VATER sein.

Die Unterstellung, dass die biologische Tatsache der physiologischen Vaterschaft dem paläolithischen homo sapiens  "natürlich" bekannt gewesen sei, ist durch nichts belegt und nicht nur zweifelhaft, sondern viele Befunde sprechen gegen eine solche Kenntnis, wie ich in meinem Buch darlege.

Hingegen kann es als sicher angesehen werden, dass die Menschen, und insbesondere die Frauen, die Geburt und die Mutterschaft,  und damit auch die Vorstellung einer  "Ur-Mutter" als etwas Wunderbares und Sakrales angesehen haben.

Da wir mit der neolithischen Revolution  und der damit einhergehenden "Kulturrevolution der Heiligen Hochzeit" ( vgl. mein Kapitel  X ) eine Mutter-Sohn-Theologie vorfinden, in der erstmals ein männlicher Fruchtbarkeitsgott  in Erscheinung tritt und sehen, dass jene  "Ur-Mutter"  als "Mutter aller Götter" noch bis in frühdynastische Zeit  (ja sogar bis zur griechischen Gaia ) erhalten bleibt, so belegt diese Tatsache stringent, dass jene "Ur-Mutter" als  mono-genetische  "Mutter allen Lebens" (und wohl auch des Todes) lange vorher in der Vorstellungswelt, im Bewusstsein, der Menschen ihren  sakralen Platz hatte. Dies gilt für die anatolische "Göttin auf dem Leopardenthron" und anderen Darstellungen der Grossen Göttin in Catal Höyük ebenso, wie für die  "Göttin mit dem Horn"  in der Kulthöhle von Laussel (23.000 v. Chr.).  Was sollte diese  "Dame" , wie sie gern genannt wird, anderes darstellen als jene  Ur-Mutter, die als Mutter allen Lebens verehrt und um Schutz und Hilfe gebeten wurde.

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Sie als  "Dame" abzutun, die mit einer  "Göttin"  nichts gemein habe , ist  -angesichts der religionshistorischen Belege- ein untauglicher Versuch,  das  Göttliche auf einen männlichen  Schöpfer-Gott einzuschränken, ganz so, wie es die monotheistische Indoktrination versucht.

Dies als Antwort auf Ihre Frage nach Belegen und  als Ergänzung meines Briefes vom 5. 4.  in der Hoffnung, dass es zur Klärung unserer Differenzen in der  DEFINITION   von  GOTTHEIT  oder  DÄMON  beiträgt.

In der Hoffnung, dass auch Sie die Zeit finden, unseren  erkenntnisgetriebenen Dialog fortzusetzen,  und mit der Bitte mich  Ihrer Ko-autorin Sabine Paul zu empfehlen,

verbleibe ich mit herzlichen Grüssen

Gerhard Bott

From: Dr. Gerhard Bott

Sent: Sunday, September 12, 2010 3:30 PM

To: Prof.Dr. Thomas Junker

Cc: Prof.Dr. Thomas JUNKER

Subject: Wir Nicht -Theisten

Sehr geehrter Herr Junker,

beide treten wir öffentlich ein  für die Durchsetzung der Erkenntnisse,die aus   "Darwin's Dangerous Idea"  zu gewinnen sind:  Eine  nicht- theistische Betrachtung   der Natur und der Urgeschichte.

Was uns unterscheidet: Sie vertreten  die patriarchalische Doktrin , dassdie ursprüngliche,  urgeschichtlich-"natürliche", Gottes-Vorstellung der homines sapientes  ein  VATER-SCHÖPFER-GOTT  gewesen wäre.

Ich hingegen  halte dies für einen gravierenden historischen Irrtum , den mein sonst so kritischer und hellsichtiger  Lehrer Sigmund Freud , der Autor der  "Zukunft einer Illusion",  unbegreiflicher Weise in die Welt gesetzt hat.  Ich denke , stringent nachgewiesen zu haben,  dass jene Vorstellung eines männlichen, väterlichen, Schöpfer-Gottes  eine kulturelle   Errungenschaft post-paläolithischer Kriegergesellschaften ist.  Diese historische Einsicht bringt m.E. die gesamte theistische Ideologie zum Einsturz, weil sie ihr das Fundament einer "naturgegebenen",urgeschichtlichen  "Offenbarung" entzieht und sie als politische Theologie  zur Durchsetzung von Herrschaftsinteressen entlarvt.

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Deshalb bedaure ich es, dass Sie meine Briefe vom  April vergangenen Jahres keiner Erwiderung für würdig gehalten haben; denn als Wissenschaftler bin ich, wie Sie wissen,  genau so an Falsifikation, wie an Verifikation interessiert, falls ich Denkfehler  gemacht habe.  Sollten  Sie sich durch meine kritischen Fragen  verletzt gefühlt  haben ,  so würde ich es sehr bedauern;  denn dies  lag und liegt mir fern.  Erlauben Sie mir zu wiederholen, wie sehr ich einen Gedankenaustausch mit Ihnen   förderlich für unsere gemeinsame Sache  halte.

Mit verbindlichen und herzlichen Grüssen
Gerhard Bott

Auf diese mail hin machte mich Thomas Junker auf ein Missverständnis aufmerksam,  zu dessen Mitteilung ich mich verpflichtet fühle. Er schrieb mir u.a :

"Auf ein Missverständnis möchte ich aber zu sprechen kommen. Ich vertrete keineswegs die  "patriarchalische Doktrin , dass die ursprüngliche, urgeschichtlich-"natürliche" ,  Gottes Vorstellung der homines sapientes  ein  VATER-SCHÖPFER-GOTT  gewesen wäre."   Wie Sie gehe ich davon aus, dass die "Vorstellung eines männlichen, väterlichen, Schöpfer-Gottes eine kulturelle   Errungenschaft post-paläolithischer Kriegergesellschaften ist".

Aber und dies scheint mir der Unterschied zu Ihren Vorstellungen zu sein, ich gehe zudem davon aus, dass Gottesvorstellungen generell erst nach der Neolithischen Revolution entstanden sind, und zwar als Widerspiegelung des  Machtzuwachses der Herrscher. Um mit Feuerbach zu sprechen: Die Götter sind die an den Himmel projizierten Pharaonen. Wenn dies stimmt, dann kann es ohne 'Pharaonen'  auch keine Götter geben und zwar weder männliche noch weibliche  ."

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Meine Antwort darauf   am   18.9.2010  :

Sehr geehrter Herr Junker ,

über Ihre Klarstellung freue ich mich.  Zur Erklärung: Weil Sie sich  im Darwin Code uneingeschränkt auf Freud bezogen , hatte ich Sie so verstanden, dass Sie sich dessen  unhaltbare ,  a-historische und überholte,  Gottes-Definition zu eigen gemacht hätten.  Freud bezog sich ja   eben nicht  (wie Feuerbach)  auf den neolithischen  HERR-Gott, den HERRSCHER, sondern auf die  , dem Menschen von  Natur  aus  vertraute ,  urgeschichtliche Vorstellung einer Schutz-Gottheit, die  Freud  , fälschlich,  auf den natürlichen VATER  einschränkte:

" Derselbe  Vater (die Elterninstanz), der dem Kind das Leben gegeben hat und es vor den Gefahren desselben behütet hat "(aaO. S. 176) wird zur Symbolfigur für die Instanz, , " an die man sich um Schutz und Abhilfe wenden kann".( aaO. S. 177).

ELTERN werden hiermit auf den Vater reduziert;  die Mutter  kommt  als Schutz-Göttin gar nicht in Betracht,  so als  sei sie für die  biologisch-natürliche  menschlich-kindliche Grunderfahrung als fürsorglich Schützende bedeutungslos  und unfähig, ihr Kind vor Gefahren zu  behüten.

Es lässt sich nicht mehr erfolgreich bestreiten, dass schon Göttinnen verehrt und angebetet wurden, bevor in der politischen Theologie die Vorstellung eines männlichen  SCHÖPFER-Gottes entwickelt wurde:  Die  sumerische  Göttin Inanna z.B. wurde schon  3.200 v. Chr.  um Schutz und Hilfe angerufen und ihr wurden, um sie gnädig zu stimmen,  Feldfrüchte und Erstlinge als Opfer dargebracht von nackten Männern.  Es gibt keinen vergleichbaren männlichen Gott zu dieser Zeit, wie ich nachgewiesen habe. .

Erwiesen ist ferner, dass  die Göttinnen des chalkolithischen Neolithikums immer noch  grössere Bedeutung in der Glaubenswelt hatten  als irgendein männlicher Gott. Wäre es anders gewesen, hätte der Patriarch  Sargon von Akkad   seine spektakulären Siege über die sumerischen Stadtstaaten  nicht  ISHTAR ,  "Starke Königin der Erdgötter, Höchste unter den Himmelsgöttern", zugeschrieben, sondern einem männlichen Gott, wenn es  damals  einen  im Rang höher als die Göttin stehenden Gott  gegeben hätte. Diese Tatsache, dass nicht die väterlichen, sondern die mütterlichen Gottheiten  unter den patriarchalischen Königen immer noch das Übergewicht in der Glaubenswelt  hatten ,  lässt uns erkennen, dass selbst die frühen chalkolithischen , auf Herrschaft beruhenden , patriarchalischen Klassengesellschaften   den  vorangegangenen   "Kult der Muttergöttin"   vorfanden  und damit  eine    "Mutter-Sohn-Theologie", wie sie  u.a. E.O. James  kulturwissenschaftlich erforscht und beschrieben hat.

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Göttinnen wie  Nut, Isis, Inanna  u.a . verkörpern   die Vorstellung einer Gottheit , an die sich die Menschen mit der Bitte  um Schutz und Abhilfe wendeten.    Diese Göttinnen verkörpern  eine Gottes-Vorstellung,  die  lange zuvor unübersehbar  ihren bildlichen Ausdruck  gefunden hatten in der  "Göttin auf dem Leopardenthron" von Catal Höyük,  oder der  sogen.    "Venus" mit dem Horn  von Laussel.

Dies hat  Feuerbach (wie Freud) übersehen: Er  stellt seine historischen Betrachtungen erst an, als der Pharao-gleiche   HERR-Gott zum   SCHÖPFER-Gott aufgewertet werden konnte. Damit greift  auch er historisch zu kurz; denn dies steht erst am Ende eines langen historischen Prozesses.    Die  kulturelle Entwicklung und Wandlung  der menschlichen Gottes-Vorstellungen, die langsame und nur Schritt für Schritt mögliche , Reduzierung der Mutter als Göttin, die   Erfindung und Durchsetzung eines männlichen Schöpfer-Gottes  , so wie wir ihn heute vorfinden,   ist ja  das grosse Thema,  über das ich unseren Gedankenaustausch gern fortsetzen würde, sobald Sie dafür die Zeit finden.  Ich kann warten.   Die Aktualität des Theismus   wird uns ja , wegen der   "Intelligent Design"-Ideologie voraussichtlich noch lange erhalten bleiben.  Dass ich mich als überzeugter Vertreter der Aufklärung  nicht entmutigen  lasse , kann ich Ihnen versichern.

Alles Gute für Ihre Arbeit

mit verbindlichen Grüssen

Gerhard Bott

*  Vorangegangene Briefe an Thomas Junker , zu seinem Buch  "Die Evolution des Menschen"  und zur  Evolutionsbiologie , vgl.  "Die Erfindung der Götter", S. 238 ff.

Siehe dort zu diesem Themenkreis  ferner die   Anmerkungen  S. 273 ff.     "Unhaltbare Thesen zur monogamen Paarbindung des paläolithischen homo sapiens" (  zu  de Waal et al. :" Tree of Origin") , sowie  zu C.O   Lovejoy:  "The Origin of Man" .

vgl. ferner in diesem Blog  :

Der URVATER-GOTT : Freuds patriarchalische
Gottes-Definition für die Urgeschichte

Die Anti-Gimbutas-Kampagne:  Der Kampf gegen die Göttin

Robert Trivers  vergebliche Suche nach dem Urvater

Wo ist der Phallus des Urvaters ?

Venus vom Hohlefels  :  "Ahnungslosigkeit"  der Archäologen

"Sex für Beute" ?   Denkfehler im Max Planck-Institut Leipzig

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